Bußgottesdienste

Es gibt verschiedene Wege, um von Gott Vergebung der Sünden zu erlangen: Dazu gehören:  

  • Das ganz persönliche Gebet. Das Gebet Jesu, das „Vater unser“, enthält die Vergebungsbitte: „Vergib uns unsere Schuld!”, wobei der Zusatz nicht vergessen werden darf, „...wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.”  

  • Der Kommunionempfang. Dies bringt das Gebet zum Ausdruck: „Herr. Ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort und so wird meine Seele gesund.”  

  • Das Eingeständnis der Schuld voreinander wird in der Bibel als Weg empfohlen. „Bekennt einander eure Sünden!” (Jakobusbrief 5,16)  

  • Die Wiedergutmachung und Aussöhnung ist ein Weg zur Sündenvergebung ebenso wie besondere Taten der Liebe. „Die Liebe deckt eine Menge Sünden zu.” (1. Petrusbrief 4,8)  


 

Wenn Menschen sich zum Bußgottesdienst treffen, um gemeinsam ihre Schuld vor Gott auszusprechen und um Vergebung zu bitten, dann ist das ein anderer Weg zur Sündenvergebung. Hierbei wird besonders sichtbar, dass Schuld und Vergebung immer auch Auswirkung auf die Gemeinschaft haben. Im Advent und in der Fastenzeit wird darum in unserer Gemeinde zu einem Bußgottesdienst eingeladen.



Was ist der Unterschied zwischen Beichte und Bußgottesdienst?

Der Bußgottesdienst ist eine Wortgottesfeier, in deren Rahmen besondere Hilfen für die Gewissenserforschung gegeben werden. Er unterstreicht den kirchlichen Charakter der Versöhnung. Der Bußgottesdienst ergänzt die Einzelbeichte und gewährt den Mitfeiernden Befreiung von leichten Sünden. Nach der Lehre der Kirche bedürfen schwere Verfehlungen jedoch der sakramentalen Lossprechung in der Beichte. Dieses Gebot entspricht auch der Erfahrung, dass wir uns nicht selbst von schwerer Schuld freisprechen können - wir bedürfen des Zuspruchs eines anderen.