Die Symbole der Tauffeier

Die Taufe ist ein Sakrament – und das bedeutet, dass ein Mensch der Liebe Gottes begegnet und von Gott beschenkt wird. Doch das können wir nicht sehen. Deshalb gibt es in der Feier der Taufe zahlreiche Symbole, die dieses Geheimnis sichtbar und augenscheinlich machen. Mit diesen Symbolen möchten wir Sie gerne vertraut machen. Und vielleicht finden Sie eine Idee, wie sie eines oder mehrere dieser Symbole in Ihrer Tauffeier auf ganz persönliche Art gestalten möchten.


Kreuz auf die Stirn zeichnen

Das bekannteste Kennzeichen der Christen und gleichzeitig eine Zusammenfassung ihres Glaubens ist das Kreuz, das Bekenntnis zu Vater, Sohn und Geist. Deshalb zeichnet der Taufspender dem Kind ein Kreuz auf die Stirn, und auch Eltern und Paten werden dann dazu eingeladen. Das Kreuz ist ein Zeichen, das uns erinnert, dass das Kind unter Gottes Schutz steht. So kann das Kreuz später einmal ein Segenszeichen von den Eltern sein, wenn ein Kind schlafen geht oder wenn es das Haus verlässt.


Handauflegung

Das Auflegen der Hände ist ein Zeichen, das nicht viel Erklärung braucht, ein Zeichen des Schutzes. Gott legt seine segnende Hand auf das Kind. Wir erkennen an, dass das Kind nicht unser Besitz ist. Gott hat es uns geschenkt. Sie haben als Eltern Verantwortung für das Kind, können jedoch nicht immer bedingungslos für es da sein. Deshalb vertrauen wir auf den Schutz Gottes. In der Bibel finden wir die Erzählung, wie Jesus den Kindern die Hände auflegt. Er soll auch Ihr Kind vor allem bewahren, was unmenschlich und böse ist.


Übergießen mit Wasser

Wasser ist für viele Deutungen offen: reinigen, erfrischen, kühlen, beleben, den Durst stillen. Aber auch in negativem Zusammenhang kennen wir Wasser, so bei Überschwemmungen oder einem reißenden Fluss. Beides kommt bei der Taufe zusammen: Wasser, das Leben nimmt – Wasser, das Leben gibt.
Früher wurde das sehr deutlich gezeigt, indem der Täufling mit dem ganzen Körper untergetaucht wurde. Durch das Untertauchen wurde die Beziehung zu Jesus hergestellt, der gestorben ist und wieder auferstanden ist. Das Untertauchen als Symbol für das „Sterben des alten Menschen“ (so sagt es der Apostel Paulus), und das Auftauchen als Symbol für neues Leben aus dem Wasser.
Im Leben des Kindes wird es viele Höhen und Tiefen geben, die es bewältigen muss. Wir drücken durch die Taufe mit Wasser aus, dass Jesus durch diese Höhen und Tiefen mitgeht. Er lässt uns nicht im Stich. Bei der Taufe spricht der Priester folgende Worte: „…, ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“


Salbung mit Chrisam

Das Chrisam ist eine Mischung von Olivenöl und Balsam. Das Wort bedeutet „Salböl“; von diesem Wort ist der Ehrenname „Christus“ = „der Gesalbte“, abgeleitet. Früher wurden Könige und Propheten mit Öl gesalbt, um zu zeigen dass sie einen göttlichen Auftrag haben. Heute gehört die Salbung als festes Element zur Taufe, zur Firmung und zur Priesterweihe, um zu zeigen, welche Würde und welchen Auftrag der Mensch von Gott hat.


Anziehen des Taufkleides

„Kleider machen Leute“ – so sagt man, und so ist es auch. Das festliche Kleid bei der Taufe hebt die Würde des Christen heraus. Als Verdeutlichung dessen, was in der Taufe geschehen ist, wird dem Kind dieses Kleid angezogen. Der Brauch stammt von der Erwachsenentaufe im ersten Jahrhundert: Den Neugetauften wurde ein neues weißes Kleid angelegt, das sie eine Woche lang im Gottesdienst trugen. Im Galaterbrief schreibt der Apostel Paulus: „Ihr alle seid jetzt mündige Söhne und Töchter Gottes – durch den Glauben und weil ihr in engster Gemeinschaft mit Jesus Christus verbunden seid. Denn als ihr in der Taufe Christus übereignet wurdet, habt ihr Christus angezogen wie ein Gewand.“


Überreichen der Taufkerze

Wenn jemandem „ein Licht aufgeht“, dann sieht er wieder klar, gewinnt Orientierung. Für Christen ist Jesus das Licht der Welt. Die brennende Kerze ist sprechendes Zeichen dafür und wird an der Osterkerze entzündet. Damit drücken die Eltern und Paten aus, dass sie das Licht von Jesus zum Kind bringen wollen. Sie sind für die Glaubensvermittlung die wichtigsten Personen. Man könnte sogar sagen, die Eltern sind die ersten, durch die das Kind etwas vom Licht Gottes ahnt. Durch ihr Vorleben machen sie dem Kind deutlich, wie Gott ist. Gleichzeitig drücken sie den Wunsch an Jesus, das Licht, aus, dass er ihr Kind auf seinem Lebensweg immer wieder in die richtige Richtung führt.


Segensgeste für Eltern und Paten

Dieser Segen, der mit ausgestreckten Händen über die Eltern gesprochen wird, erinnert an die Amtsübertragung: Eltern und Paten tragen Verantwortung dafür, dass aus diesem Kind ein selbständiger, freier und lebensbejahender Mensch und überzeugter Christ wird. Aber sie sind nicht auf sich allein gestellt. Gott ist mit seinem Segen dabei und stärkt sie in ihrer Aufgabe.

 

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