Segnungen

Weihe und Segnungen sind etwas „typisch Katholisches“. Sie sind für Außenstehende aber auch oft Anlass zu Missverständnissen. Die Katholische Glaubensinformation schreibt dazu: „Immer wieder liest man in der Zeitung, dass irgendwo eine Brücke oder eine Schule ‚eingeweiht‘ wurde. Der allgemeine Sprachgebrauch unterscheidet kaum zwischen ‚weihen‘ und ‚segnen‘. Von einer ‚Weihe‘ im eigentlichen Sinn spricht die Kirche nur bei Menschen und Dingen, die sie dadurch ganz in den Dienst Gottes stellen will. So werden z.B. Kirchen, Altäre, Kerzen, Kelche, Glocken, Wasser und Friedhöfe geweiht und dadurch für ihre religiöse Funktion vorbehalten. Davon unterscheidet die Kirche ‚Segnungen‘. In der Umgangssprache bedeutet Segen etwas Gutes, Glück, Heil. So kann ein alternder Mensch sagen: ‚Es ist ein Segen für mich, dass ich noch so gesund bin.‘ Dabei schwingt immer das Wissen mit, dass Segen nicht verfügbar ist. Segen kommt von Gott. In vor- und außerchristlichen Religionen glaubten die Menschen, durch magische Riten diesen Segen ‚erzwingen‘ zu können. Manche modernen Erscheinungen von Magie, Teufelskulten, Horoskopen, Talismanen und Glückssteinen lassen erkennen, wie sehr diese Vorstellungen die christliche Aufklärung überdauert haben. Im umgekehrten Sinn kennen wir aber auch den Begriff des ‚Unsegens‘, der in früheren Zeiten dem Einfluss von Dämonen zugeschrieben wurde. Gegen ihn musste man sich ebenfalls mit Amuletten oder dergleichen schützen.

Anders im Christentum: Dort ist kirchlicher Segen zu allererst Lobpreis und Anerkennung der Schöpfermacht Gottes, und erst daraus ergibt sich eine Bitte. Das wird aus den Texten aller Segensgebete deutlich. Wenn die Kirche segnet, weiß sie, dass die ganze Welt Gott untersteht, dass aber auch Sünde in der Welt ist, und dass der Böse Macht ausübt. Beim Segensgebet unterstellt die Kirche Menschen oder Dinge, die dem Menschen dienen, Gottes Schutz und erbittet seine Hilfe. So segnet die Kirche Mütter, Kranke, Kinder, aber auch Haus und Wohnung, Speise und Trank, Feld und Flur, Tiere und Autos ... Von Christus wissen wir, dass er Kindern die Hand auflegte und sie segnete, dass er Brot und Wein segnete (vgl. Mt 19,13 ff., 26,26 ff.).

Meist ist es der Priester, der eine Segnung vollzieht. Aber auch jeder Gläubige kann segnen. So segnen beispielsweise Eltern ihre Kinder. Wenn einer über sich das Kreuzzeichen macht, segnet er sich selbst. Zu jedem Segen gehört das Kreuzzeichen. Dadurch wird deutlich, dass jede Segensbitte Hilfe und Wirksamkeit nur von Christus erwartet. Nur in seinem Namen geschieht Segen. Hier liegt der Unterschied zu allem abergläubischen Zauber, wie er z.B. in unserer aufgeklärten Zeit mit Maskottchen getrieben wird. Da schreibt der Mensch einem Stück Blech unglückbannende Kraft zu. Segnung im christlichen Sinne aber ist Fürbitte der Kirche, und davon erhoffen wir uns, was Christus dem gläubigen Gebet versprochen hat: ‚Und was immer ihr erbittet in meinem Namen, das werde ich tun…‘ (Joh 14,13). Sollte ein Katholik Hilfe von den äußeren Zeichen selbst erwarten, etwa von einer geweihten Medaille, oder meinen, allein der Gebrauch gewisser Worte, Formeln und Gegenstände schütze schon vor Unglück, so wäre das sündhafter Aberglaube. Immer wieder einmal wird behauptet, die Kirche habe im Krieg auch Waffen gesegnet. Im so genannten Rituale – ein Buch, das alle kirchlichen Segensformeln für die verschiedensten Zwecke enthält – befindet sich kein Formular für die Segnung von Waffen und Kriegsgerät. Wo etwa ein Priester eigenmächtig eine Waffensegnung vorgenommen haben sollte, hätte er dies nicht im Namen oder im Auftrag der Kirche getan.“

Im Verlauf eines Kirchenjahres gibt es in der Gemeindeliturgie vielerlei Segnungen: Adventkranzsegnung, Kerzensegnung, Blasiussegen, Segnung der Kinder zum Schulbeginn. Auch im privaten Leben sind solche Segnungen eingebettet: Segnung einer neuen Wohnung, Segnungen von Kreuz und anderen Andachtsgegenständen.

Die Segnung verändert nicht den Menschen, nicht den Gegenstand, der gesegnet wird, sondern stellt ihn in einen neuen gläubigen Zusammenhang und erbittet, dass Gott in jedem Menschen erkannt wird und jeder Gegenstand auf Gott hinweist. Gesegnete Gegenstände wollen uns zum Glauben an Gott führen, uns helfen, ihn immer tiefer zu erkennen. Solche Segnungen vereinbaren Sie bitte über das Pfarramt mit den Geistlichen der Pfarrei.