Häufige Fragen

Ich bin nicht zur Firmung gegangen. Muss ich auf die kirchliche Trauung verzichten?

Nein. Es kommt vor, dass Pfarrer (vor allem in Italien und Polen) auf einer Firmung vor der kirchlichen Hochzeit bestehen. Das ist aber nicht im Kirchenrecht verankert; es kann niemand dazu gezwungen werden. Natürlich ist es wünschenswert, dass eine Frau oder ein Mann, der kirchlich heiratet auch das Sakrament der Firmung empfangen hat, weil erst damit die christliche Initiation (die volle Aufnahme in die Gemeinschaft der Kirche) abgeschlossen ist. Über eventuelle Fragen sollten Sie sich mit einem Seelsorger unterhalten.


Mein(e) Partner(in) ist aus der katholischen Kirche ausgetreten. Können wir kirchlich heiraten?

Grundsätzlich ja. Der Kirchenaustritt bewirkt allerdings ein „Trauverbot“ (CIC/1983). Die Bischöfe in Deutschland haben bestimmt, dass in diesem Fall vor der Trauung die Trauerlaubnis des zuständigen Bischofs einzuholen ist. Die Erlaubnis wird ohne große Umstände gegeben, wenn der Partner, der zur Kirche gehört, seine Bereitschaft zur katholischen Lebensführung und das Bemühen um die katholische Taufe und Erziehung der künftig gemeinsamen Kinder verspricht und der andere Partner davon informiert ist.


Kann ich im Ausland kirchlich heiraten?

Selbstverständlich, denn Christentum und Katholische Kirche sind weltweit „zuhause“. Es gelten für die kirchliche Eheschließung im Ausland die gleichen Regeln wie in der Kirche von Deutschland. Es muss lediglich von der zuständigen bischöflichen Behörde eine „Überweisung“ für die Feier der Trauung im Ausland erfolgen. Es empfiehlt sich frühzeitig mit dem zuständigen Pfarrbüro Kontakt aufzunehmen.


Mein Partner ist evangelisch und war früher standesamtlich verheiratet. Jetzt möchten wir unsere Ehe nach katholischem Ritus beginnen. Da gibt es Schwierigkeiten.

Das ist denkbar. Auch wenn zwei evangelische Christen bewusst nur eine standesamtliche Ehe schließen, schließen sie damit eine (laut dem katholischen Kirchenrecht) auch kirchenrechtlich gültige Ehe, da sie nicht an die kirchliche Form gebunden sind (wie das für Katholiken der Fall ist). Ist sie vollzogen, dann ist sie auch unauflöslich, weil sie zugleich (beide sind getauft!) sakramental ist. Soweit die gegenwärtige katholische Deutung. Es wird in Fachkreisen jedoch darüber diskutiert, wie jemand ein Sakrament (automatisch) empfangen kann, der dies gar nicht gewollt hat. In einem Ehenichtigkeitsprozess muss diese Frage vor einer kirchlichen Trauung geklärt werden.


Gibt es eine „ökumenische Hochzeit“?

Eine wirklich ökumenische Trauung gibt es nicht, da es wesentliche Unterschiede im Eheverständnis der verschiedenen christlichen Kirchen gibt (vor allem im Sakramentenverständnis). Darum gibt es nur eine Trauung nach dem evangelischen Ritus mit Beteiligung des katholischen Pfarrers, oder umgekehrt die Trauung nach dem katholischen Ritus unter Beteiligung des evangelischen Pfarrers.

 

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