Brauchtum

Polterabend feiern

„Polterabend entfällt“ ist heute häufiger auf Hochzeitsanzeigen zu lesen. Junge Leute sagen: „Wir haben 100 Gäste auf der Hochzeit, wir wollten alle Freunde einladen und machen keinen Polterabend.“
Das Polterfest ist älter als unsere christlichen Hochzeitszeremonien. Mit dem Lärm von zerbrechenden Töpfen und Pfannen, Kannen und Krügen vor dem Haus der Braut meinte man, die Bösen Geister fortscheuchen zu können. Weil Glas ein Symbol für Glück ist, das ja gerade in der zukünftigen Ehe heil bleiben soll, durfte kein Glas zerbrochen werden.
Die Polterscherben mussten auf jeden Fall aus Steingut oder Porzellan bestehen. Bauschutt, Papierberge, Müll und ähnliche aus neuzeitlichen Missverständnissen entstanden, kamen nicht in Frage.


Hochzeitskleid in weiß

Mit der Farbe weiß werden „Reinheit, Vollkommenheit, Freude und Festlichkeit, Leben und ungebrochenes Licht“ verbunden. So ist seit urchristlicher Zeit Weiß die Farbe des Taufkleides. Sie ist darüber hinaus die Farbe für die Kleidung bei allen Festen, an denen eine Lebenswende gefeiert wird, so bei der Hochzeit, bei der Erstkommunion, beim Eintritt ins Kloster oder beim Tod.
In Verbindung mit dem (Braut-)Schleier drückt sich im weißen Brautkleid die Suche nach Schutz und Geborgenheit aus.
Ein schöner Brauch ist es, aus dem Brautkleid oder dem Schleier später das Taufkleid für das Kind zu nähen.


Die Brautkerze

Die Kerze gehört seit dem Mittelalter zu jeder Brautmesse. Eine gute Idee ist es, vor der Feier der Trauung eine Kerze selbst zu gestalten und zu verzieren.


Brot und Licht

Bei der Hochzeit spielen Brot und Licht von jeher eine große Rolle. So prangte in Westfalen inmitten der Hochzeitstafel ein Riesenbrot mit einer Kerze. Das Brot wurde anschließend an die Armen verteilt, die Kerze in die Kirche gestellt.
In Schlesien oder in Hessen reichte der Bräutigam der Braut oder die Brautmutter dem Paar beim Einzug in das neue Heim ein Stück Brot von einem frischen Laib. Ein Stück verwahrte die Braut für alle Zeiten; der Rest des Brotlaibs wurde an die Armen verteilt.
Brot und Salz, Wein und Kerzen können nach örtlichem Brauch auch vor dem Abschluss der Traugottesdienstes überreicht werden, bzw. gesegnet werden.


Reis werfen

Sie kennen sicher den Brauch, dem Brautpaar eine fruchtbare Zukunft zu wünschen, indem man Reis wirft. In Zeiten, wo täglich Tausende Menschen verhungern, weil sie keinen Reis haben, ist das fehl am Platz! Bitte sprechen Sie Ihre Freunde und Bekannten an, ob sie ein passenderes Symbol finden – vielleicht eine Spende für Menschen, denen der tägliche Reis fehlt?

 

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