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Austritt/Wiederaufnahme

Austritt aus der katholischen Kirche

Die Gründe, warum jemand aus der Kirche austritt, können sehr verschieden sein. Der Kirchenaustritt erscheint manchen Menschen als eine Möglichkeit, ihren Unmut über die Kirche auszudrücken. Tatsächlich bleibt die katholische Kirche – wie wohl jede Institution -  hinter ihren Zielen zurück, es gibt berechtigte Enttäuschungen und Ärger. Viel hilfreicher als ein Austritt wäre es aber, der Glaubensgemeinschaft seine (konstruktive) Kritik zukommen lassen und gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen, was die Menschen von der Kirche erwarten. Zu einem solchen Gespräch sind die Mitglieder unseres Seelsorgsteams immer bereit.

Ein Kirchenaustritt kann die Taufe nicht rückgängig machen. Mit dem Austritt verliert die betreffende Person jedoch zunächst das Recht auf den Empfang der Sakramente, die Übernahme eines Patenamtes und ein kirchliches Begräbnis. Die Teilnahme an Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen ist davon nicht beeinträchtigt.


Wiedereintritt in die katholische Kirche

Sie können einen Kirchenaustritt jederzeit widerrufen. Die Zahl der Menschen, die jährlich den Weg in die katholische Kirche zurückfinden, steigt. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Begegnung mit glaubwürdigen Christen, die das Leben in der Kirche in neuem Licht erscheinen lassen;
  • die Geburt eines Kindes, dem der Weg zu einem Leben in der Kirche eröffnet werden soll;
  • der Wunsch nach einer kirchlichen Eheschließung oder einem kirchlichen Begräbnis;
  • Schicksalsschläge;
  • die Suche nach Lebenssinn oder besondere positive Erfahrungen, die religiöse Fragen wieder wach werden lassen.



Um wieder in die katholische Kirche eintreten zu können, sind drei Schritte erforderlich:

  • ein klärendes Gespräch mit einem Seelsorger
  • Ein Vorbereitungskurs
  • die Feier der Wiederaufnahme


Während ein Austritt schnell und formlos auf dem Standesamt erfolgen kann, verlangt die katholische Kirche für die Wiederaufnahme eine Zeit der Vorbereitung und Klärung. Eine nur schriftliche Eintrittserklärung an irgendeine Pfarrgemeinde genügt nicht! Durch Gespräche und Unterweisung soll ihnen geholfen werden, eine reife und gut überlegte Entscheidung treffen zu können, um dann auch mit Freude und innerer Überzeugung am Leben der Gemeinde teilnehmen zu können.

Bei einem ersten Gespräch mit dem Pfarrer sollten Sie über die Motive für Ihren damaligen Kirchenaustritt wie auch über Ihre Wünsche, Erwartungen und Vorstellungen im Blick auf Ihr Leben als Christ/-in sprechen. Steht die Ernsthaftigkeit Ihres Wiedereintrittswunsches fest, wird ein Vorbereitungskurs mit ihnen vereinbart, der zu ihrer Lebenssituation, ihren Vorkenntnissen und Fragen passt.

Nach Abschluss der Vorbereitung stellen Sie gemeinsam mit dem Pfarrer beim Erzbischöflichen Generalvikariat einen Antrag auf Wiederaufnahme in die Kirche. Der Bischof beauftragt dann den Pfarrer, Sie wieder in die Gemeinschaft der Kirche aufzunehmen. Die Taufe, die Sie früher bereits empfangen haben, bleibt für das ganze Leben gültig und wird nicht wiederholt. Sollten Sie noch nicht gefirmt sein, kann Ihnen im Rahmen der Wiederaufnahmefeier das Sakrament der Firmung gespendet werden.

Die Wiederaufnahme geschieht im Rahmen einer schlichten gottesdienstlichen Feier in einer Kirche. Der zur Wiederaufnahme beauftragte Priester, zwei Christ(-inn)en als Zeugen und eventuell andere von Ihnen gewünschte Personen nehmen daran teil. Wenn Sie es wünschen, kann Ihre Wiederaufnahme auch in einem Gemeindegottesdienst stattfinden. Nachdem Sie das Glaubensbekenntnis gesprochen haben, nimmt der Priester Sie wieder in die volle Gemeinschaft der Kirche auf.

Mit Ihrer Wiederaufnahme können Sie wieder die Sakramente empfangen und Ihre anderen Rechte als Christ/-in in der Kirche wahrnehmen (Patenschaften; Kandidatur für Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand und Teilnahme an den vielfältigen Aufgaben im Leben einer Gemeinde).

Ebenso verpflichten Sie sich, den Auftrag der Kirche Ihren Möglichkeiten entsprechend mitzutragen. Dazu gehört auch der finanzielle Beitrag, der gewährleistet, dass die Kirche ihre vielfältigen Aufgaben erfüllen kann.