Der Dienst an den einfachen Bibellesern war bisher sein großes Thema – nun wird der Bibelwissenschaftler Pater Ralf Huning der zweite Provinzial der gesamtdeutschen Provinz der Steyler Missionare.

Dr. Ralf Huning SVDDie Schärfung des Profils des Ordens, der offiziell die „Gesellschaft des Göttlichen Wortes" heißt, steht für den 45jährigen an vorderster Stelle für seine zukünftige Arbeit als Provinzial.

Gestern kam die Entscheidung aus Rom: Ralf Huning, gebürtig aus dem Bistum Osnabrück, wird der neue Provinzial der Steyler Missionare in Deutschland. „Ich wurde erst vor wenigen Wochen vom Orden für die Arbeit in der Bibelpastoral und spirituellen Bildung freigestellt. Ich sehe die Ernennung zum Provinzial als Auftrag an mich, hier besondere Akzente in meine Gemeinschaft einzubringen", so Huning. Pater Ralf Huning ist promovierter Bibeltheologe und hat in verschiedenen Ländern Bibelkurse, Vorträge und Exerzitien gehalten. In den vergangenen vier Jahren arbeitete er als Pfarrer in einer Gemeinde im Süden der Stadt Hamburg. „Seine Erfahrungen in der Bildungsarbeit in unserem Haus im niederländischen Steyl, sein seelsorgerisches Wirken als Pfarrer in Hamburg und natürlich seine herausragende Tätigkeit als Bibeltheologe bilden ein starkes Fundament, um dem Amt des Provinzials sein eigenes persönliches Gesicht zu geben", ist sich der derzeitige Provinzial Pater Bernd Werle sicher.

Am 01. Mai 2013 wird Pater Huning sein nicht ganz leichtes Amt annehmen. „Ich kenne die Arbeit des Provinzials aus meiner Zeit als Provinzrat. In diesen sechs Jahren haben wir als Provinzleitung viele strukturelle Veränderungen in der deutschen Provinz angestoßen. Daran muss natürlich auch weiter gearbeitet werden", weiß Huning.

Lob für den Nachfolger

„Ich habe Ralf Huning während seiner Zeit im Provinzrat als sehr sachorientiert und kompetent erlebt. Auf ihn war Verlass. Ich habe gern mit ihm zusammengearbeitet. Der Orden steht vor großen Herausforderungen und diesen wird sich ein Mann wie Ralf Huning tatkräftig und mutig stellen, um sie zusammen mit den Mitbrüdern zu bewältigen", sagte Pater Bernd Werle.

„Die Provinz ist heute nicht mehr die Gleiche wir vor neun Jahren, als Pater Bernd Werle das Amt übernahm", weiß Huning. „Die stete Internationalisierung ist nur ein Ausdruck davon. Mir ist jeder einzelne Mitbruder wichtig und in Zeiten der Orientierungslosigkeit der deutschen Amtskirche müssen wir ganz klare Positionen beziehen. Dabei werden mir meine Mitbrüder helfen. Denn klar ist: Als Provinzial leiste ich einen Leitungsdienst für die Gemeinschaft, aber ich sage den Mitbrüdern nicht, was zu tun und zu lassen ist. Es soll ein gemeinsamer Prozess des Hörens auf Gottes Wort sein."

An der Seite der Armen

Wichtig ist für Huning auch die Orientierung an denjenigen, die an den Bruchstellen der Gesellschaft leben. „Unsere Sendung ist nur authentisch, wenn wir an der Seite der Armen sind. Die thematischen Vorgaben des Generalkapitels vom Juli diesen Jahres in Rom werden uns bei der Festlegung unserer Arbeitsschwerpunkte sicherlich dienlich sein."

Im Januar wird Pater Ralf Huning nach Sankt Augustin, dem derzeitigen Sitz des Provinzialats, kommen, um sich einzuarbeiten. „Wir haben uns bewusst für eine recht lange Übergangszeit entschieden," erklärt Bernd Werle, „weil die Amtsübergabe möglichst reibungslos von Statten gehen soll. Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass Ralf Huning die notwendigen inneren und äußeren Prozesse des Ordens so gestalten wird, dass wir unseren missionarischen Auftrag in diesem Land, in dieser Gesellschaft, profiliert und kompetent wahrnehmen."

Quelle: Homepage der Steyler Missionare, www.steyler.eu